1. Weiterbildungs-Triennale
22. September 2026

Weiterbildungs-Triennale in Essen am 22.09.2026
Video erstellt von www.roeschcom.de
Rückblick auf den 22.09.2026
Mit dem Bus durch die Essener Weiterbildungslandschaft
Erste Weiterbildungstriennale zeigt, was Vernetzung bewegen kann
Vernetzung im Bus: Einsteigen, losfahren und Weiterbildung ganz neu erleben. Am 22. September 2026 wurde der BildungsPunkt Essen zum Startpunkt einer besonderen Reise. Bei der ersten Weiterbildungstriennale in Essen ging es nicht um graue Theorie oder reine Kennzahlen. Im Mittelpunkt standen Begegnungen, Best-Practice-Beispiele und der gemeinsame Austausch darüber, wie berufliche Weiterbildung auch morgen noch echte Perspektiven schafft.
Im Rahmen der Landesinitiative Fachkräfteoffensive NRW und des Teilprojekts „Vernetzte Bildungsräume“ machten sich Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Institutionen auf den Weg. Mit an Bord waren unter anderem das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS NRW), die G.I.B. NRW, die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, die Agentur für Arbeit Essen, das Jobcenter Essen, die Universität Duisburg-Essen, das Bildungsbüro der Stadt Essen sowie weitere Partner der regionalen Bildungs- und Arbeitsmarktlandschaft.
Organisiert wurde die Weiterbildungstriennale von der Regionalagentur MEO und dem W.I.R. – Weiterbildung im Revier e. V. im Kontext der „Vernetzten Bildungsräume“ NRW. Genau dieses Kernthema zog sich wie ein roter Faden durch den Nachmittag: Vernetzung.
Erste Station im Bildungspunkt Essen: Fragen, die bewegen
Im BildungsPunkt begrüßte Peter Renzel, Stadtdirektor und Sozialdezernent der Stadt Essen, die Teilnehmenden. Mit Blick auf den dynamischen Wandel der Arbeitswelt – allen voran den Vormarsch der Künstlichen Intelligenz – stellte er eine zentrale Frage in den Raum: Bietet Weiterbildung überhaupt noch Zukunftschancen? Die anschließende Busreise durch Essen sollte darauf eindrucksvolle Antworten liefern.
Denn beispielsweise Andrea Demler, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Essen, betonte, dass der berufliche Wandel völlig neue Kompetenzen erfordert. Neben fachlichem Know-how gewinnen Qualitäten wie Resilienz und Anpassungsfähigkeit massiv an Bedeutung. Ihr Fazit bringt die Herausforderung auf den Punkt: Weiterbildung bleibt unentbehrlich, „trotz KI und mit KI“.


Zweite Station: Ruhrbahn – Frauen geben Gas
Unsere Busreise führte uns an der zweiten Station zur Ruhrbahn und einer Präsentation des Projektes „Frauen geben Gas“, das Weiterbildung und berufliche Orientierung direkt in die Praxis übersetzt. Das Angebot richtete sich vormittags exklusiv an Frauen, die neue Wege einschlagen möchten – ob am Steuer von Bus, Straßenbahn, Lok oder als Fahrlehrerin und Servicefahrerin. Neben fundierten Informationen bietet die Initiative den direkten Dialog mit Unternehmen sowie Bildungsträgern und lädt dazu ein, Fahrzeuge hautnah auszuprobieren. Wie groß die Nachfrage ist, bewies die entsprechende Fachmesse wenige Tage zuvor: 410 Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich praxisnah über Einstiegs- und Qualifizierungsmöglichkeiten zu informieren.
Die Ruhrbahn-Station der Weiterbildungstriennale zeigte anschaulich, wie regionale Kooperationen ganz konkrete Chancen für Menschen, Unter-nehmen und den Arbeitsmarkt eröffnen.
Dritte Station: Auf Zollverein – Neue Wege zum Berufsabschluss
Weiter ging die Fahrt zur Kolping Bildung Deutschland gGmbH auf dem Welterbe Zollverein. Hier stand eine modulare Qualifizierung im Fokus: die Teilqualifizierung (TQ) im Ausbildungsberuf des Handwerks Kfz-Mechatroniker/in.
Indem die Fachkraftausbildung in überschaubare Bausteine gegliedert wird, gelingt der schrittweise Einstieg: Bereits nach dem ersten, sechsmonatigen Modul können Teilnehmende als qualifizierte Helferinnen und Helfer sozialversicherungspflichtig arbeiten. Darauf aufbauend lassen sich weitere Module absolvierten – bis hin zum vollständigen Berufsabschluss. Ein Lehrbeispiel für die viel gefragten Teilqualifikationen (TQ), die flexible, praxisnahe Bildungswege mit direkter Beschäftigungsperspektive verbinden.


Eine Busfahrt, viele Perspektiven
Das Besondere an dieser Triennale waren nicht nur die Programmpunkte vor Ort, sondern auch die intensiven Gespräche unterwegs. Im Bus kamen Menschen aus den unterschiedlichsten Institutionen zusammen, nutzten die Fahrzeit zum Netzwerken, tauschten Erfahrungen aus und diskutierten neue Ideen.
Diese Dialoge haben gezeigt: Eine zukunftsfähige Bildungslandschaft lebt vom Miteinander und von der Vernetzung der verschiedenen Akteure. Wenn Beratung, Bildungsträger, Unternehmen, Arbeitsmarktakteure und Kommunen an einem Strang ziehen, entstehen echte Chancen für Menschen in beruflichen Umbruchphasen.
Für uns als W.I.R. – Weiterbildung im Revier e. V. ist diese Synergie von unschätzbarem Wert. Der BildungsPunkt Essen versteht sich dabei als zentraler Knotenpunkt für Beratung, Orientierung und Vernetzung. Er bietet Ratsuchenden Orientierung und eröffnet ihnen zugleich den Zugang zu einem starken regionalen Netzwerk, oder wie WIR-Vorstandssprecher Peter M. Urselmann betonte, der Bildungspunkt ist das „Urgestein“ der vernetzten Bildungsräume.
Weiterbildung gemeinsam weiterdenken
Die erste Weiterbildungstriennale hat die Vielfalt der Essener Bildungslandschaft sichtbar gemacht. Die wichtigste Erkenntnis dieser Reise: Zukunft entsteht nicht an einem einzelnen Lernort und nicht durch einen Akteur allein. Sie entsteht dort, wo Menschen im Dialog neue Wege bereiten.

Unser herzlicher Dank gilt allen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben, insbesondere Bodo Kalveram, Peter M. Urselmann, Angela Geiling Frank Bahnsen, Lars Hahn und Svea Bartel sowie allen Gästen und beteiligten Institutionen.
Einsteigen, austauschen, Perspektiven entdecken: Weiterbildung verbindet. Vernetzung bewegt. Gemeinsam gestalten wir Zukunft.
